North Rebel 9 m2 // 2012 im Test

Ein über Jahre erarbeiteter Status, führt dazu das North seinen erfolgreichsten Kite für das Modelljahr 2012 als erstes ins Rennen schickt. Ab Ende Juli bzw. Anfang August ist der Rebel 2012 verfügbar und war seit dem, des Öfteren ausverkauft. Wir haben für unseren Fahrbericht einen Rebel in 9 m2 organisiert, welchen wir nun seit ca. fünf Monaten in den unterschiedlichsten Bedingungen im Einsatz haben. Die Wahl ist ganz bewusst auf diese Größe gefallen, da laut Hersteller der 9er das Bindeglied bildet. Er soll für einen fließenden Übergang zwischen dem Lager der größeren und der kleineren Rebels sorgen. Nicht nur am äußeren farblichen Erscheinungsbild hat sich einiges (auffällig) getan, auch der Shape an den Square Tips und sein Flugverhalten haben sich dezent gewandelt. North hat mit dem Rebel einen Crossover Kite, der Freerider mit ausreichend Leistung versorgt und eine gute Geschwindigkeit bei direktem Handling für die Welle mitbringt.

Windbereich: Der Rebel deckt einen Verhältnismäßig großen Windbereich ab, wobei es im Low-End einen aktiven Fahrer erfordert. Durch sein direktes Handling und seine sehr gut Beschleunigung, arbeitet sich der Fahrer permanent mit mehr oder weniger Sinuskurven vorwärts, ohne es als auffällig negativ zu empfinden. Kurz vor dem mittleren Windbereich fängt der Rebel an seine Leistung nach und nach freizulegen. In dieser Phase liegt er absolut ausbalanciert in der Hand und liefert ein gutes Feedback. Auf dem Weg zum oberen Windbereich muß die De-Power aktiv mit einbezogen werden. Durch gelegentliches und rechtzeitiges Nachtrimmen des Adjusters, lässt sich ein stabiler Druckpunkt lange und effektiv halten.

Bargefühl: Durch Knoten an den sogenannten „Adaptive Tips“ lassen sich die Barkräfte in mehr oder weniger Bardruck regulieren. Eine Einstellung die unter Feintrimm läuft, und sich unkompliziert umsetzen lässt. An der Bar selbst bekommt der Fahrer eine gute und nachvollziehbare Rückmeldung, die erst im kompletten DePower Zustand indirekt bzw. leicht schwammig wirkt. Griff bzw. Fingermulden sorgen in Verbindung mit dem soft wirkenden Bar-Belag für einen komfortablen und sicheren Halt.

Springen: Durch das direkte  Ansprechverhalten und die hohe Fluggeschwindigkeit, können Freerider die über ausreichend Fahrtechnik verfügen, dem Kite einen beachtlichen Lift mit langer Hangtime entlocken. Zur Landung hin reduziert er seine Leistung langsam und nachvollziehbar so dass der Fahrer sich mit guter KiteKontrolle auf die Board Landung konzentrieren kann. Ausgehakt produziert der Rebel zwar einen schönen Pop, kommt aber an die kompakten Handlingqualitäten eines Vegas nicht ganz heran.

Komfort: Beurteilt man den Rebel insgesamt, würden wir ihn als sportlich komfortable bezeichnen. Er zieht auf Wunsch weit an den Windfensterrand, und läuft bequem sehr gut Höhe. Er besitzt eine ausgesprochen hohe Flugstabilität und unterrichtet durch sein direktes Feedback den Fahrer über jede Aktivität. Lediglich stark böige Verhältnisse erfordern einen aufmerksamen und aktiven Rider, da es einen Moment dauert den richtigen Trimm bezogen auf die Leistung zu finden.

Drehen: Der Rebel rotiert selbst im unteren Windbereich schon sehr sauber. In dieser Phase verhält er sich angenehm friedlich. Ungeübte Fahrer bekommen in diesem Bereich sehr gute Voraussetzungen zum Ausprobieren und Üben von Manövern. Ab dem mittleren Bereich zieht nicht nur die Leistung spürbar an, auch das Drehverhalten wird deutlich schneller und enger. Im oberen bzw. stark getrimmten Zustand sollte der Fahrer das Drehverhalten aufmerksam verfolgen. Durch fehlende Spannung der Steuerleine, werden die Radien wieder größer und bauen an Tempo ab, so dass gelegentlich nachgetrimmt werden muss.

Safety: Das Iron Heart IV funktioniert wie schon seit Jahren in seiner Konstruktion unkompliziert und sicher. Lediglich die Wahl und das Aussehen der Materialien Variieren von Jahr zu Jahr. So ist der ergonomisch geformte Auslösegriff 2012 nicht mehr rot und durchsichtig, sondern in oranger Signalfarbe gestaltet worden. Bei der Safety Leash wurde ebenfalls der Kunststoff durchgetauscht, und der Karabiner bekam eine verschiebbare Neopren Ummantelung gegen ungewolltes Ein- bzw. Aushaken spendiert. Und natürlich wie kann es anders sein, die fünfte Leine. Ein Element was nicht nur für einen stabilen Stand am Himmel sorgt, sondern nach dem Auslösen  für nahezu perfekte Sicherheit garantiert.

Fazit: Der Rebel 2012 hat wieder mal einen gelungenen Auftritt absolviert, was uns zunehmend die Arbeit erschwert um wirkliche Kritikpunkte auszumachen. North gibt Gas, und feilt dennoch ausgesprochen behutsam an seinem Erfolgs-Rebel herum. Auch wenn die meisten von uns, sich gerne mit einem außergewöhnlich exotischem Kite vom Mainstream abheben wollen, auf  Nummer sicher geht und bleibt man beim Rebel. Seiner ausgesprochen guten und hochwertigen Verarbeitung ist es zu verdanken, das selbst nach fünf monatigem intensiven Gebrauch, bis auf den DePowertampen kaum Verschleiß erkennbar ist. Beim Flugverhalten zeigte sich der Rebel in den unterschiedlichsten Bedingungen stehts von seiner stabilen und absolut Charakterfesten Seite. Hat der Fahrer seinen persönlichen Trimm gefunden, liefert der Kite ein Kompaktes, verlässliches Gefühl. Sein reaktionsfreudiges Verhalten auf Lenkbefehle, verschafft dem Rebel auch im unteren Windbereich zusätzlich eine ausreichende Performance. Sportlich engagierte und relaxte Freerider werden sich schnell von den Handlingqualitäten überzeugen lassen, und in dem Rebel einen  gut ausbalancierten Kite mit großem Einsatzbereich finden.

// North Rebel 2012 – Größen und Preise (Kite only)
5 qm – 939,00 €
6 qm – 989,00 €
7 qm – 1.049,00 €
8 qm – 1.109,00 €
9 qm – 1.179,00 € (im ProBoarding Test)
10 qm – 1.239,00 €
11 qm – 1.299,00 €
12 qm – 1.359,00 €
13 qm – 1.419,00 €
14 qm – 1.469,00 €
// Trust Bar 5th Element / Leinen-Länge 20 m/25 m/32 m/- 389,00 €